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Kohl Anbauen im Biogarten: Weiss-, Rotkohl, Brokkoli und Kohlrabi

Kohlgewächse gehören zu den vielseitigsten Gemüsefamilien im Biogarten — verschiedene Sorten lassen sich nacheinander über die ganze Saison anbauen. 🥦


Wichtige Sorten und Saisons

PflanzeAuspflanzenErnte
FrühkohlMärz–AprilJuni–Juli
Herbst-/WinterkohlMai–JuniSeptember–November
BrokkoliMärz–AprilJuni–September
KohlrabiMärz–August50-70 Tage

Pflege

  • Jungpflanzen 4-6 Wochen vor dem Auspflanzen anziehen
  • Pflanzabstand: Kohl 50-60 cm, Brokkoli 40-50 cm, Kohlrabi 20-25 cm
  • Gleichmäßig gießen — starkes Gießen nach Trockenheit sprengt den Kopf

Biologischer Pflanzenschutz

Kohlweissling (Pieris brassicae)

  • Gelbe Eigelege von Hand von der Blattunterseite entfernen
  • Grüne Raupen → Bacillus thuringiensis var. kurstaki (Btk)
  • Insektennetz 0,8 mm (Vorbeugung)

Kohlfliege (Delia radicum)

  • Insektennetz schützt die Jungpflanze beim Pflanzen
  • Papierkragen um den Stängel verhindert Eiablage

Ernte und Lagerung

  • Brokkoli: ernten, solange die Blütenknospen fest geschlossen und grün sind
  • Kopfkohl: bei 0-2°C, feuchter Luft lagern — hält sich monatelang

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Fazit

Kohlgewächse: Insektennetz gegen den Falter, Btk gegen Raupen, 4-jährige Fruchtfolge. Lagersorten sorgen auch im Winter für frisches Gemüse! 🥦

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  • Warum braucht es ein so feines Insektennetz von 0,8 mm gegen Kohlweissling und Kohlfliege — würde nicht ein weiteres Netz reichen?

    Die weibliche Kohlfliege legt reiskorngroße, nur 1-2 mm große Eier direkt an der Bodenoberfläche am Stängelansatz ab, daher muss das Netz fein genug sein, dass die erwachsene Fliege gar nicht erst durchkommt, um die Pflanze zu erreichen. Ein 0,8-mm-Gewebe lässt noch genug Licht und Luft für die Photosynthese durch, blockiert aber sowohl Falter als auch Fliege bis zur Ernte physisch den Zugang zur Pflanze.

  • Warum wirkt Bacillus thuringiensis var. kurstaki (Btk) speziell gegen Kohlweissling-Raupen, und warum ist es für andere Insekten sicher?

    Btk ist ein Bodenbakterium, das spezifische Kristallproteine produziert, die nur im Verdauungssystem von Schmetterlingsraupen (Lepidoptera) aktiviert werden und dieses lähmen — im Verdauungssystem anderer Insektengruppen wie Bienen oder Laufkäfer entfaltet dieses Protein einfach keine Wirkung. Da der Wirkstoff erst nach der Aufnahme im Darm der Raupe wirkt, muss die Spritzung auf das junge Larvenstadium abgestimmt werden, wenn diese aktiv am Blatt fressen.

  • Warum hilft ein Papierkragen um den Stängel gegen die Kohlfliege, wenn die Fliege doch fliegend herankommt?

    Die weibliche Kohlfliege sucht gezielt die feuchte, schattige Stelle genau dort, wo Boden und Stängel aufeinandertreffen, um ihre Eier abzulegen, da die schlüpfenden Larven sich sofort in die Wurzel bohren müssen. Der Papierkragen blockiert physisch genau diesen kritischen Ablageplatz, sodass die Fliege zwar frei über der Pflanze umherfliegen kann, ihre Eier aber nicht dort platzieren kann, von wo aus die Larven die Wurzel erreichen könnten.

  • Warum sprengt starkes Gießen nach Trockenheit den Kopf, und warum ist nicht einfach die Wassermenge selbst die Ursache?

    Bei Trockenheit wachsen die äußeren Blätter des Kopfes langsam weiter und werden zäher, während sich die inneren Blätter langsamer entwickeln — kommt dann reichlich Wasser an die Wurzeln, schwellen die inneren Blätter plötzlich an, aber die inzwischen straffere äußere Blattschicht kann mit diesem plötzlichen Volumenzuwachs nicht mithalten und reißt. Gleichmäßiges, regelmäßiges Gießen verhindert genau dieses plötzliche Missverhältnis zwischen innerem und äußerem Wachstum, nicht die Gesamtwassermenge ist das Problem.

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